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Am 12. und 13. Mai 2022 trafen sich das EOD-Netzwerk und die EODOPEN-Partner in Lissabon zum ersten Face-to-Face-Treffen nach der Pandemiezeit

Das Treffen der EODOPEN-Partner konzentrierte sich auf die Erörterung von Urheberrechtsfragen und die Diskussion bewährter Verfahren bei der Digitalisierung. Am 12. und 13. Mai 2022 trafen sich das EOD-Netzwerk und die EODOPEN-Partner in Lissabon zum ersten Treffen nach der Pandemiezeit. Fast 50 Teilnehmer aus 17 Institutionen aus 12 europäischen Ländern wurden von der portugiesischen Nationalbibliothek empfangen. Da die Veranstaltung kurz nach dem 15. Jahrestag von eBooks on Demand (EOD) stattfand, bot sich dem EOD-Netzwerk und den EODOPEN-Projektpartnern die Gelegenheit, die bisher erzielten Fortschritte zu erörtern und sich über künftige Aktivitäten abzustimmen.

Das Treffen begann mit Sitzungen der verschiedenen Arbeitsgruppen. Die Sitzungen der Arbeitsgruppen 5 und 6 konzentrierten sich auf Urheberrechtsfragen und Fragen zur Digitalisierung von Materialien in verschiedenen Formaten, während die Leiter*innen der Arbeitsgruppe 4 einen Überblick über die laufenden Tests der Digitalisierungspraktiken in den Partnerorganisationen gaben. Der Vergleich der Ergebnisse wird als Grundlage für die Ermittlung bewährter Verfahren bei der Digitalisierung dienen, um den einzelnen Partnern zu helfen, ihre Prozesse zu verbessern und verschiedene Bereitstellungsformate für Nutzer*innen mobiler Geräte sowie für blinde und sehbehinderte Menschen zu schaffen.

Die Mitgliederversammlung begann am Nachmittag mit einem kurzen Überblick über die 15 Jahre des Service eBooks on Demand, das zu vielen Entwicklungen des EOD-Digitalisierungsdienstes geführt hat und weiterhin als ein sich selbst tragendes Netzwerk von 38 Bibliotheken in ganz Europa funktioniert. Seit Beginn des EOD-Dienstes im Jahr 2007 wurden fast 36.000 Bücher – insgesamt mehr als 5 Millionen Seiten – digitalisiert und ausgeliefert und mehr als 2.000 Nachdrucke wurden auf Abruf erstellt und sind auf Amazon erhältlich.

Silvia Gstrein, die Koordinatorin des EOD-Netzwerks und des EODOPEN-Projekts an der Universität Innsbruck, Österreich, blickt zurück: „Nach zweieinhalb Jahren war es eine große Freude, sich wieder einmal zu treffen und Erfahrungen von Angesicht zu Angesicht auszutauschen.“ Über die Zukunft spricht sie weiter: „15 Jahre EOD-Dienst und steigende Auftragszahlen zeigen, dass der EOD-Dienst auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der Bibliotheksdienste sein wird.“

Im Anschluss an das Treffen präsentierte die Tschechische Mährische Bibliothek das Projekt PERO OCR, das auf der Grundlage von maschinellem Lernen die optische Zeichenerkennung (OCR) für Manuskripte, alte Drucke und alte Zeitungen verbessert. Die Teams der ungarischen Nationalbibliothek Széchényi und der schwedischen Nationalbibliothek gaben einen kurzen Einblick in den Kooperationsprozess mit dem EUIPO (Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum) und ihr Out-of-Commerce-Portal sowie in bevorstehende nationale Workshops zur Klärung von Urheberrechten.

Am zweiten Tag wurde das Treffen mit einem Workshop über die digitale Ausstellungsplattform Omeka S fortgesetzt, die von der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Torun, Polen, vorgestellt wurde. Diese häufig von Bibliotheken verwaltete Ressource dient als Werkzeug, um Bibliotheksbestände durch das Erzählen von Geschichten für ein breiteres Publikum zu öffnen und auf diese Weise Erfahrungen zu sammeln. Außerdem wurde ein gemeinschaftliches Digitalisierungslabor vorgestellt.  Sein Hauptziel ist es, die Öffentlichkeit in den Digitalisierungsprozess einzubeziehen und bewährte Verfahren für die Digitalisierung weiterzugeben, damit alle Nutzergruppen ihre eigenen Materialien digitalisieren können, z. B. Familienarchive, alte Fotos oder private Sammlungen als Teil des kulturellen Erbes.

Das Treffen endete mit der Vorstellung von Best-practice-Beispielen, die von der Bibliothek der Universität Tartu, Estland, und dem Projekt Zeit.shift – Tiroler Zeitungen mit Citizen Science-Aspekten –, das von den Partnern der Universitätsbibliothek Innsbruck in Österreich vorgestellt wurde.

Das nächste Projekttreffen, das von der Universitätsbibliothek Greifswald ausgerichtet wird, ist für Anfang September geplant.